„Fast Lane“ – USA 1995

2014-05-16 18.59.55Ende 1995 bin ich in die USA umgezogen. Job in der IT-Industrie in Silicon Valley. Und meine neue Yamaha FZR 1000 musste natürlich mit. Mein neuer Arbeitgeber war bereit für die Umzugskosten aufzukommen und daher habe ich das Bike per Flieger in die USA geschickt. Einige meiner Freunde hier in Deutschland haben Wetten abgeschlossen wann ich mein erstes „Speeding“ Ticket erhalte. Einige waren der Meinung das es schon auf der ersten Fahrt vom Flughafen in San Francisco nach San Jose passiert. Aber mein erste Ticket habe ich dann erst Jahre später (mit dem Auto) erhalten.

WavingUSFlagDas Silicon Valley ist genauso verstopft  wie das Ruhrgebiet nur hier gibt es eine „Commuter Lane“, also mehr oder weniger korrekt übersetzt eine Fahrgemeinschafts Spur auf den Autobahnen. Im Volksmund wurde diese auch „Fast-Lane“ genannt.

Am ersten Wochenende in der neue Stadt lädt mich eine Arbeitskollegin zum Barbecue am Freitagabend ein.  Auf die Frage wie ich denn dort hinkomme, erwidert sie:“ Da nimmst Du den Highway 280 nach Norden, auf der „Fast Lane“ bis zur Ausfahrt El Monte Rd. #16, dann Links, rechts Links und dann das Haus mit dem grünem Garagentor“.

Air_d04_14Tja da ich bis dahin noch nie in den USA war, hatte ich auch irgendwie keine Idee wo und wie die Geschwindigkeitsbegrenzung gültig ist. Der Begriff „Fast Lane“ machte jedenfalls in meinem Klick und ich nahm an, dass dort keine  Geschwindigkeits-begrenzung ist. Also mit der FZR am späten Nachmittag auf den Highway 280 nach Norden gefahren, die „Fast Lane“ auch sofort gefunden und Gas gegeben. Meine Reisegeschwindigkeit mit der FZR in Deutschland war immer so um die 200-220 km/h gewesen. Na und das bin ich dann auch in den USA gefahren.

Und nicht nur das eine mal, sondern für volle 3 Monate und ich hatte noch nicht mal ein schlechtes Gewissen, ich hatte ja in den drei Monaten schon mehrfach die Polizei mit über 200 km/h überholt und die hatten sich nicht gerührt.  Also war das in Ordnung, dachte ich.

Air_KD__20AMeine Schwester war zu Besuch in den USA und irgendwie war an dem letzten Abend ihres Besuchs in einem Restaurant meine Geldbörse in Ihrer Handtasche gelandet. Sie und ihr Mann verabschieden sich am nächsten Morgen und machen sich auf den Weg zum Flughafen in San Francisco. Ich fahre mit der FZR zu einen Coffee-Shop in den Ortsteil „Willow Glen“. Beim Kaffeetrinken und Zeitunglesen klingelt plötzlich mein Handy und meine Schwester erklärt mir ganz aufgeregt, das meine Geldbörse beim Einchecken in Ihrer Handtasche aufgetaucht ist und sie jetzt noch 25 Minuten Zeit hätten und dann unbedingt durch die Sicherheit Schleuse müssten um Ihren Flug nicht zu verpassen. Was blieb mir also anderes übrig als aufs Motorrad zu springen und mit Vollgas zum Flughafen nach SFO zu Fahren. Dank der „Fast Lane“ und meinem “Unwissen” hat die Fahrt nur 18 Minuten gedauert.

D20_6Nach ca. 3 Monaten hat mein Boss mich zum Freitäglichen BBQ eingeladen und der fuhr einen Porsche, also dachte ich wir machen dann mal ein Rennen auf dem Hgw #280 und ich zeige ihm mal wie schnell die FZR wirklich ist. Wir also auf den Highway und bei der FZR der Gashahn durchgespannt, ruck zuck sind 230-240 km/h auf dem Tacho und der Porsche im Spiegel verschwunden. Der fuhr ganz gemütlich mit 65 Meilen/h auf der Autobahn und ließ sich auch nicht durch „umrunden“ zu einer schnelleren Gangart bewegen. An unserem Ziel angekommen, brüllt mich beim Boss noch aus dem Auto raus an, ob ich jetzt völlig durchgedreht wäre und das es doch eine Geschwindigkeitsbegrenzung gäbe. Auf meine Antwort das dies doch nicht auf der „Fast Lane“ gelt, fragte er dann wer mir das erzählt hätte und auf meine Erklärung von wem ich diese Information hatte flippte er völlig aus. „Die hat doch noch nicht einmal einen Führerschein“.

Bob01Er hat mir dann erklärt was es mit der „Fast Lane“ auf sich hat. Von dem Tag an bin ich dann wie jeder Amerikaner langsam (na ja) gefahren und habe genauso gebremst wenn ein „Police Cruiser“ selbst auf der Gegenfahrbahn aufgetaucht ist.

 

——————————  Die Bilder sind fast immer durch Draufklicken zu Vergrössern. ———————————————————————–
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