Walchensee im Winter

Eigentlich wäre meine Tour mehr oder weniger vor der Haustür zu Ende gewesen. Ein freundlicher Rentner mit Sichtbehinderung nach seinem Frühschoppen meinte er müsste mich von der Straße räumen. Keine 5 km weit von Zuhause, aber Dank einer zusätzlichen akustischen Warnanlage (im Volksmund Hupe genannt) mit 140 dB ist jetzt nicht nur das ganze Dorf wach, sondern ich konnte meine Fahrt auch unbeschädigt Fortsetzen. Es hat aus meiner Sicht echt lange gedauert (während ich hupe), bis der Herr im Auto sein Manöver stoppte. Ich brauche vielleicht doch was anderes um solche Schnarchzapfen von meiner Anwesenheit zu Überzeugen. Mal sehen vielleicht fällt mir bis zur IMOT was ein, grins.

Na ja, der Zwischenfall war dann relativ schnell Vergessen, oder besser ich hab mich nicht Aufgeregt weil es wirklich immer wieder passiert und es ein wunderbarer Tag war. Der Tour zum Walchensee stand nix mehr im Weg, dachte ich jedenfalls.

In Bad Tölz sind schon einige Straßen Cafés geöffnet und wie jeder aus Erfahrung weiß, in der Sonne schmeckt der Cappuccino gleich nochmal so gut. Mittlerweile sind auch 2-3 Motorradfahrer auf die gleiche Idee gekommen und wir unterhalten uns über „Motorräder“ (na klar), „Winterreifen“ (weil keiner, außer mir, welche Montiert hatte Heidenau K60 Scout) und „Fahrstrecke“ (wobei wir alle den gleichen Weg fahren wollten).

Mein Plan ist es zum Sylvenstein Speicher zu fahren, von dort die kleine Mautstraße durch die „Wallgau“ zu nehmen, in der Hoffnung das niemand Geld haben will, grins und dann den „Walchensee“ entlang und über „Kochel“ wieder zurück nach Hause.

In ‚Tölz waren es immerhin schon 12 C (plus, grins) der Himmel war BLAU wie nur was und die Straße trocken und mit wenig Verkehr. Was will das Bikerherz mehr (okay vielleicht 5C höhere Temperaturen, lach).

Auf dem Weg zum Sylvenstein wurde es immer kälter und bald war auch schon die Null-Grad Grenze erreicht, aber Kleidung und Heizgriffe hatten damit kein Problem. Das einzige waren meine „Winterreifen“. Wenn es Eis auf der Straße gibt, dann halten die K60 nun überhaupt nicht, was mir beinahe den ersten großen Abflug des Jahres eingebrockt hätte. Die ganze Straße zur „Wallgau“ runter war immer wieder von dünnen Eisschichten bedeckt, die meine Geschwindigkeit drastisch auf unter 30 km/h reduziert hat.

Tja, und wie gehofft gab es heute eine Freifahrt über die kleine Mautstraße allerdings mit dem Hinweisschild „Straße nur mit Schneeketten oder ‚Haftreifen‘ zu befahren“. Na das mit den Haftreifen hatte sich ja schon erledigt, aber ich habe es dann trotzdem probiert denn die Heidenau K60 Scout sind echte M&S Reifen.

Am Ende bin ich dann mehr oder weniger mit erhöhter Schrittgeschwindigkeit über die Eis-, und Raureif-Flächen durch die Wallgau ge-eiert :-).  Und hier habe ich mir dann Gedanken darüber gemacht, wie die anderen Motorradfahrer wohl diese Strecke mit den normalen (Sommer) Reifen fahren würden. Ich dachte mir, das wenn sie Schlau sind einfach umdrehen und den anderen Weg durch die Flachau nehmen werden.
Das ASR der BMW hat sich hier wirklich bewährt, vor allen Dingen an den leichten Aufstiegen mit eisigem Untergrund. Da kann man den Gashahn Vorsichtig bis zum Einsetzen des ASR aufdrehen und bleibt immer in einigermaßen Kontrolle über den Vortrieb. das ABS musste halt bei den Bergab-Passagen arbeiten, aber auch das hat recht gut Funktioniert.

Je näher ich dem Walchensee gekommen bin um so wärmer wurde es auch wieder und am See selbst hat es dann wieder 12C gehabt und die Straße war Trocken und Eis&Schnee frei. Es ist immer wieder Klasse am Walchensee entlangzufahren. Die Straße ist in einem sehr gutem Zustand (selbst jetzt) und der Sonnenschein, die Aussicht und der geringe Verkehr machen diese See Umrundung immer wieder „Er-Fahrenswert“.

Der Kesselberg ist ja am Wochenende nur in einer Richtung (also Berg abwärts) kostenlos zu Befahren. Berg aufwärts hält die Polizei die Hand auf, weil es hier eine (meiner Meinung nach) unsinnige Teil-Streckensperrung gibt. Aber das ist eine andere Diskussion. Jedenfalls macht es bei dem wenigem Verkehr auch Spaß runter zu fahren. Schon mal Versucht die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h auf der ganzen Strecke (und ich meine hier die Kurven) auszunutzen ? Das wird echt schwierig, vor allen Dingen wenn Schmelzwasser immer wieder über die Straße fließt und „Streifenweise“ die Bodenhaftung (zumindest für Motorräder) stark vermindert. Auch ein Abenteuer, lach.

Der Rest der Tour zurück nach Hause war mehr oder weniger Ereignislos, das Navi wurde in Kochel auf „Kürzesten Weg“ und „Autobahn Vermeiden“ gestellt. Damit war sichergestellt, das ich nicht auf der „Jeden Tag Route“ zurück komme, sondern mal wieder die ein oder andere Bauernhof-Durchfahrt erleben durfte. Macht irgendwie Spaß, vor allen schauen Dich die Leute auf diesen „Kleinst“ Straßen immer völlig Verständnislos an und Wundern sich wahrscheinlich wo das Motorrad herkommt und wo es hin will.

Am Ende der Tour stand natürlich wieder Motorradreinigung an, das aber diesmal recht schnell erledigt war, da der Hochdruckreiniger von der letzten Ausfahrt noch angeschlossen war. So viel Salz hat die Maschine eigentlich nicht abbekommen, da fast nirgendwo gestreut wurde und der Regen der letzten Tage fast alles abgewaschen hat. Einzig der Dreck der 2 Waldwege auf die mich das Navi gelotst, wurde entfernt obwohl der Dreck dem Motorrad einen coolen Off-Road Touch gegeben hat.

TJ

 

 —————————————————————
| Copyright bei “Jörg Wenzel“                |
| HashTag: #WhyAskWhy                          |
—————————————————————

2 Gedanken zu “Walchensee im Winter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s