Na ja, ein bisschen Planung gehört schon dazu, wenn man vier (4) Wochen durch Kalifornien in den USA mit dem Motorrad fahren will. Ist aber ganz einfach, wenn man einige Regeln einhält.Das war der Generale Tourplan (General plan)

Grundregel EINS:
Offen sein für Veränderung
!
Veränderung fängt schon bei der Ankunft an. Der Bus, der uns am Flughafen abholen sollte, ist nicht da und das Hotel hat auch keine Ahnung, wo er ist. Dann eben mit dem Taxi.
Damit uns das bei der Tour nicht noch öfters passiert, haben wir nix vor geplant bis auf wenige Randpunkte: Hotel bei der Ankunft, weil der Ankunftstermin genauso wie der Abflug FIX sind. Und fix ist auch der Zeitraum, in dem wir ein Motorrad brauchen. Und davor sicherheitshalber noch 1 Tag extra zum Akklimatisieren in Kalifornien. Alles andere wird sich auf der Tour ergeben.

Grundregel ZWEI:
Ampel sind HINTER der Kreuzung
!
IMG_0907Was sich so lapidar anhört, ist aber in Wirklichkeit und gerade auf dem Motorrad ein extrem gefährliches Problem. Hier in Deutschland hält man an einer Ampelkreuzung an der Haltelinie neben der Ampel an. Und jeder kennt ja das Hase/Schlange Problem, man fährt immer dorthin wo man hinschaut. Ich nenne das beim Motorradtraining auch manchmal „Wer Scheisse schaut, fährt auch Scheisse“. Na jedenfalls schaue ich meistens auf die Ampel, wenn ich davor anhalte. Nur wenn die Ampel auf der anderen Kreuzungsseite ist, dann fährt man IN die Kreuzung rein und das auch noch recht langsam. Na ja, den Rest lasse ich mal offen. Bisher ist auch noch nichts passiert, weil ich im Notfall einfach BEHERZT am Gas gedreht habe um die Kreuzung trotz ROT wieder zu verlassen. Also aufpassen beim nächsten Besuch.

Grundregel DREI:
Wenn Du eine deutsche Flagge am Koffer hast, dann wirst Du SEHR häufig angesprochen! Bleib freundlich!

In diese Richtung müssen wir. (This is the direction we need to go)Kein Scheiss, haben wir echt so erlebt. Am Motorrad war eine deutsche Flagge am Koffer angebracht, die im Wind flattern konnte, hängt jetzt bei uns zuhause am Kühlschrank. Na jedenfalls sind wir – wahrscheinlich wegen der Flagge – an jeder Tankstelle und bei jedem Stopp von wildfremden Leuten angesprochen worden. Nach einigen Tagen hatten meine Frau und ich ein kleines Spiel, wir haben versucht zu erraten was der erste Satz des Fremden sein wird. Mein Standard war immer:“Seid ihr mit den Motorrädern bis hierher gefahren?“, obwohl wir eine Leihmaschine mit kalifornischen Nummernschild hatten. Der Standard-Satz den meine Frau immer wählte, war:“Wo seid ihr denn her?“, was nicht ganz  so abwegig war. Anyway, so ging das bei 9 von 10 Stopps. Immer kam jemand auf uns zu und hat mit uns ein Gespräch angefangen. Fanden wir sehr angenehm, weil man dabei auch immer mal wieder Informationen über Lokale Events oder Attraktionen erhalten hat.

Grundregel VIER:
Bleib freundlichst, also mehr als sonst, wenn Du von der Polizei angehalten wirst!

IMG_5525Es ist immer ein Erlebnis, wenn man in Kalifornien von der Polizei angehalten wird. Vor allen Dingen als Tourist auf dem Motorrad mit einer deutschen Flagge am Koffer. Ich grinse immer noch, wenn ich daran denke. Beispiel gefällig? OK wir sind auf einer Landstraße unterwegs und fahren -ohne uns um das Speed-Limit zu kümmern-hinter einen amerikanischen Auto hinterher. Na und dann kommt uns auf der entgegenkommenden Fahrspur ein Polizei-Cruiser entgegen. Bevor ich überhaupt realisiert hatte, dass wir 80 in einer 65 Meilen Zone hinter dem Auto gefahren sind, höre ich schon das Geräusch von durchdrehenden Reifen. Beim Blick in den Rückspiegel sehe ich gerade noch, wie der Polizeiwagen mit qualmenden Reifen eine 180 Grad Wende mitten auf der Straße macht und da höre ich schon die typische amerikanische Polizei-Sirene. Jetzt keine Panik und einen Platz gesucht, der ein gefahrloses Anhalten erlaubt. 2014-05-19%252019.20.50Das Auto vor uns macht genau das gleiche, und als der Polizist auf uns zu kommt und sich offensichtlich mit uns beschäftigen wird, macht sich der Autofahrer aus dem Staub (der Drecksack, lach). Tja, der Polizist will sofort die kompletten Papiere inklusive Pass sehen, hat also an der deutschen Flagge richtig erkannt, dass wir Touristen sind. Nachdem er eindringlich die Passbilder mit unseren Gesichtern und das I-94 (Touristen Visum) auf Gültigkeit überprüft hat, kommt er mit der typischen Frage, auf die es keine Antwort geben kann: „Wissen Sie, warum ich Sie angehalten habe?“
Bitte nicht mit dem ersten antworten, was einem einfällt. Manche Worte sind für INNEN bestimmt, andere dann für AUSSEN. Also erst nachdenken und dann mit einem unschuldigen Blick auf den Boden leise „Nein, Officer“ murmeln. IN DEUTSCH 🙂 Damit muss er erst mal nachdenken, was gesagt wurde, erkennt aber, dass er respektiert wird. DSCN2001Damit sind dann die ersten Mauern eingerissen und die Unterhaltung geht dann mehr oder weniger nur noch um Deutschland, die Autobahn und wenn es dann um NO SPEEDLIMIT geht, lach, dann geht es um die Verfehlung.
Eine Ausrede wie „Habe die wunderbare Landschaft beobachtet und dachte, dass ich hinter einem amerikanischen Auto sicher bin die Geschwindigkeit nicht zu übertreten“ hilft manchmal. Bei uns hat sie geholfen und nach einer weiteren Belehrung und dem Hinweis, dass Motorräder sehr gefährliche Fahrzeuge sind, konnten wir unseren Weg fortsetzen.

Grundregel FÜNF:
Halt Dich an die Geschwindigkeitsbegrenzung
!
Imagea6Vor allen Dingen, wenn Deine „neuen“ amerikanischen Freunde Dir sagen, dass Du die „Fast Lane“ mit dem Motorrad benutzen kannst, heißt das leider nicht, dass dort keine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt. Die volksmundige Beschreibung „Fast Lane“ ist nichts anderes als eine „Fahrgemeinschafts-Spur“, heißt also, dass nur Fahrzeuge mit 2 oder mehr Personen dort fahren dürfen. Und da Motorräder mit nur zwei Sitzen, genauso wie zum Beispiel eine Chevy Corvette, zu den „High Occupancy Vehicle“ (HOV) gehören, darf man auf dieser Spur mit dem Bike auch alleine fahren. Und die heißt „Fast Lane“, weil hier halt so wenige Fahrzeuge unterwegs sind und damit auf dieser Spur so gut wie nie ein Stau entsteht, während auf allen anderen Spuren der Verkehr steht. Geht halt schneller auf der „Fast Lane“.

Es gibt dann noch Grundregel SECHS bis NEUN, aber die werden im Bedarfsfall auch noch später erklärt.

Eines noch: KEINE ANGST vor dem Unbekannten! DubbleJuMan muss nicht vorbuchen, außer in den Hotels im „Yosemite National Park“ im Sommer, man kommt mit Schul-English wirklich durch einen 4 Wochen Urlaub in den USA. Und es darf auch mal als Fahrzeug eine BMW GS 1200 sein. Aber dann von DUBBELJU in San Francisco, lach. Wolfgang spricht nach zwei Jahrzehnten in Amerika immer noch gutes Deutsch.

Mehr zu der Tour beim nächsten mal.

 

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