Scheisst Euch nicht an!

Mein Blogger Kollege in Österreich hat einen BEMERKENSWERTEN BEITRAG verfasst. Ausnahmsweise heute nix von mir, sondern von Dieter Wellmann dem Schreiber bei : http://www.riskride.at/

Hier geht’s los.

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Scheisst Euch nicht an!

Lieber Verkehrsminister! Liebe Hochsicherheitsindustrie!
Scheisst Euch nicht an!

Werner Munter ist Risikoforscher mit Bikerlook. Die einen nennen ihn eine Sicherheitskoryphäe, für andere ist er DER „Lawinenpapst“. Er selbst bezeichnet sich als „Unsicherheitsexperte“.
Eine für mich gewichtige Idee von Werner Munter ist die Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Risiko. Risiko ist laut Munter dann gut, wenn auf 100.000 Personentagen ein Todesfall kommt (Personentage!!! NICHT Personen!). Eine ähnliche Norm schwebt auch dem Verband Deutscher Sicherheitsingenieure für die Industrie vor.

Nun die entscheidende Frage: Ist das Risiko “Motorradfahren” gut?

OK! Kopf in den Fahrtwind, Hände vom Lenker und Rechenschieber aus der Schublade. Los geht’s:

Zugelassene Motorräder in Österreich (Stand 31.Dezember 2014): ca. 465.000 Stück

Wenige haben mehr als ein Motorrad. Manche sind Vielfahrer. Einige bewegen ihr Liebstes nur manche Tage im Jahr. Viele fahren tägliche auf zwei Rädern in die Arbeit. Wenn jemand von Euch besser schätzt, lasst es mich wissen. Ich tippe mal defensiv auf 300.000 in Betrieb genommenen Motorräder im Jahr. Im besten Fall fährt der 08/15-Motorradfahrer das halbe Jahr an ca. 26 Wochenenden eine kleine Runde. Ergibt daher 26 gefahrene Tage. Also 7,8 Millionen Personentage nach Werner Munter (26 x 300.000)!

Hätten wir in Österreich also 78 getötete Motorradfahrer jährlich (7,8 Mill. dividiert durch 100.000), dann wäre das Risiko „Motorradfahren“ GUT und AKZEPTABEL.

2014 gab es knapp über 70 tödlich verunglückte Motorradfahrer in Österreich, (2012/68; 2011/67; 2010/64). Also:

BITTE, liebe Hochsicherheitsindustrie, lieber Verkehrsminister, lasst unsere Leidenschaft unberührt. Lasst uns Motorradfahrer in Zukunft selbst bestimmen, ob wir ABS, Warnwesten, Protektoren oder Airbags verwenden. Warum soll ein und dieselbe Wahrscheinlichkeit getötet zu werden in der Industrie und im Bergsport akzeptabel und gut sein, beim Motorradfahren jedoch schlecht?

risk’n’ride,
Dieter

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http://www.riskride.at/wordpress/allgemein/scheisst-euch-nicht-an/

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In eine ähnliche Richtung geht auch Clemens Gleich’s Blog Eintrag .
http://www.mojomag.de/2015/03/sagt-mir-nicht-wie-ich-motorradfahren-soll/

Sagt mir nicht, wie ich Motorrad fahren soll

– Clemens Gleich in Kategorie(n) , – 17.03.2015

5 Gedanken zu “Scheisst Euch nicht an!

  1. Geht es eigentlich nicht um Lebensfreude beim Biken?
    Und wenn man nun auf diese verzichten würde Aufgrund eines nicht verschwindenden Risikos…. Mhh… Sollte man dann nicht zu Fuß laufen anstatt mit dem Auto zu fahren? Ist ja auch nicht absolut sicher. Das Leben ist dazu da, um gelebt zu werden!!! Also bike ich auch.

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  2. Ist die Rechnung wirklich so richtig das Ereignisse je Tag gerechnet werden?
    Bei einer doppelt so langen Tour ist das Risiko zu verunglücken doppelt so hoch, da man sich doppelt so lang dem Risiko aussetzt.
    Eine durchschnittliche Tour dauert nicht den ganzen Tag sondern nur 1-3 Stunden (näherungsweise 1/10 Personentag). Somit wären wir 10x über dem Grenzwert.
    So geht der „Schuss“ nach hinten los.

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  3. […] Ohh, manchmal hat man das Gefühl als wenn die Rennleitung noch mehr kann. Es sieht immer so aus, als wenn sie Unfallberichte schreiben die dann in Zusammenarbeit mit den Presseorganen (auch die Propaganda-Presse genannt) den Anschein erwecken, dass Biken noch gefährlicher ist als ………. mir fällt nix ein, das nach Pressemeinung noch gefährlicher ist. Leute TICKT IHR NOCH GANZ SAUBER ?? Weiter oben wurde doch schon klargestellt dass Motorradfahren ein Risiko beinhaltet, aber man muss auch Akzeptieren dass dieses Risiko geringer ist als in manch anderen Bereichen des Lebens. Siehe Artikel “Scheisst Euch nicht an!“. […]

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  4. Da hat jemand in der BikerSzene eine Rechnung mit den gleichen Kennzahlen für Deutschland aufgestellt.

    Zur Statistik in D:
    Tote Motorradfahrer 2003: 996
    Tote Motorradfahrer 2013: 568
    Bestand Motorräder 1.1.2004: 5.40 Mio
    Bestand Motorräder 1.1.2014: 4,15 Mio

    Nehme ich die Rechnung aus dem Blog, ergeben sich folgende Kennzahlen:
    64,5% der angemeldeten Bikes werden gefahren (465Tsd zu 300Tsd in Ö, ich rechne zur Einfachheit mit 64%)

    ergibt 2003 3.456 Mio Bikes
    ergibt 2013 2,656 Mio Bikes
    jeweils x 26 Personentage (PT) =
    2003 89,86 Mio PT
    2013 69,06 Mio PT

    Risiko 2003 1:90.216 // akzeptabel wären 899 Tote
    Risiko 2013 1:121.577 // akzeptabel wären 690 Tote

    Falls jemand Fehler bei der Rechnung findet, soll er sie bitte korrigeren.

    Ansonsten wäre das Fazit, das Motorradfahren inzwischen „sicherer“ ist als vor 10 Jahren ja falsch.

    Quellen
    http://www.motorradonline.de/recht-und-verkehr/unfallstatistik-motorradfahrer-2013/547612
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/199228/umfrage/bestand-an-kraftraedern-in-deutschland/

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