Da geht das „Arscherl“ auf Grundeis

So langsam werden es ja immer mehr Biker auf der Straße. Der Frühling kommt bestimmt und damit dann auch kurz vor Ostern der 1.April, an dem sich wieder die Straßen mit weiteren Bikerinnen und Bikern füllen werden. Und in der Natur geht es dann langsam wieder rund, lach. Die Blumen blühen, Bäume schlagen aus, junge Schafe sind das erste mal auf der Weide und was sonst noch so in der Natur alles wächst und geboren wird.
Einige davon sind auch in der Luft unterwegs. Und irgendwie muss man seine Augen als Biker im Augenblick überall haben. Klar, man kann nicht alles sehen, aber ich versuche immer eine „Digital Surround View„, heißt mehr oder weniger den Bereich um mich herum zu beobachten. Und natürlich hilft hier der sogenannte „weite Blick„.  Heißt im Prinzip, dass Dich nichts erschrecken kann, wenn Du es schon lange im Blick hattest. Andere behaupten etwas härter: „Wer Scheiße guckt, fährt auch Scheiße“ -und damit ist nicht das Aussehen gemeint.

Ich hatte ja schon mal einen Beitrag über Rehe geschrieben. Auch diese Begegnung ist gut ausgegangen, nicht unbedingt weil ich die verdammten Viecher früh gesehen habe, sondern weil die Bremse an der GS Adventure erstklassig funktioniert. Na ja, und weil ich mehr oder weniger „wusste„, dass die Viecher in der Gegend immer rumlaufen.

Aber was ich persönlich viel schlimmer finde sind Vögel. Ich hasse die regelrecht. Nicht den normalen „Selbstmörder“ Spatz, der sich von der Seite ein-fliegend, direkt vor den Vorderreifen setzt. Das macht dem Biker nix, wenn er jetzt nicht erschrickt und etwas macht, das etwas anderes als NIX ist. Heißt ein bisschen verquer erklärt: wenn Du so was hast, sorry -fahr weiter.

Nee, ich meine die DICKEN Tauben, die bei +200 km/h deine Verkleidung zerstören und sich wie ein Flüssigkeitsgefüllter Ballon in Einzelteile zerlegen. Ein guter Helm hilft da immer, aber glaub keinem Helmhersteller, dass die Dichtungen DICHT währen. Dabei bestimmt nicht. Der Helm ist dann fertig für den Wertstoffhof, selbst wenn er außer Splitter der Verkleidung und den Resten der Taube nix mitbekommen hat. Aber wenn es dem geneigten Leser mal passiert, weiß er nach ein paar Tagen wovon ich rede, man kann RIECHEN, was da passiert ist. Also wech mit dem Teil und einen neuen Helm her.

Gut ist auch der Bussard, der auf der Landstraße von der Seite kommend sagt: „Vor dem Biker komm‘ ich locker über die Straße, da muss ich nicht noch 1 m höher steigen„. Diese Vögel haben keine Ahnung, sie wären sicherer wenn sie noch einen Höhenmeter auflegen würden, aber nein, meistens trifft man sie mit dem Lenker, der Verkleidung oder der Fußraste. Tja, und das ist dann das Ende des Fliegers, sozusagen an seiner eigenen Überheblichkeit gestorben. Dabei bekommen die das doch schon in der Fliegerschule beigebracht, oder ??? Ach nee, das waren ja die menschlichen Flieger. Anyway, auch hier gilt die altbewährte Weisheit, festhalten und durch. Ja klar ist es sehr sehr schade um den Vogel, keine Frage. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass mein Leben und das Leben der Beifahrerin ein vielfach höherer Wert ist. Auf alle Fälle sind die beiden Leben MIR mehr Wert.

Manchmal, aber wirklich nur manchmal, kommen ein paar Umstände zusammen und es passiert nix. Meistens aber endet eine Begegnung mit einem Vogel mit einem tödlichen Ausgang auf der Seite der Flieger.

Kann man was machen um den Vogel nicht abzumurksen? Na ja, eigentlich nicht viel. „Digital Surround View“ hilft, weil man da die Umgebung immer auf solche „Kamikaze“ untersucht. Aber wenn ein Vogel aus dem Feld kommend startet, ist er eher in der Kategorie Jumbojet einzuplanen. Er kann nie schnell genug die Richtung ändern, er kann aber auch nicht einfach höher steigen, weil er vielleicht gerade etwas gefangen hat und die Reflexe es ihm/ihr nicht gestatten den Fang los zu lassen. Hier ist mal ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann. Hier ist nichts passiert weil der Biker die Geschwindigkeit entsprechend angepasst hat und die Situation schon länger unter „Beobachtung“ stand.
Unheimliche Begegnung der Fliegenden Art
Hier sieht man, wie zwei Greifvögel irgendwas von der Straße aufnehmen und dann weg transportieren wollen. Die hören zwar auf die Hupe (na ja, die ist ja auch laut genug) und starten noch bestimmt 100 m vom Motorrad entfernt. Aber man sieht im Video wirklich gut, wie schnell das Bike ran ist. In dem Moment, in dem der Fahrer einen Lenkimpuls zum Ausweichen gibt, erkennt der Vogel auch, dass es so nicht geht und er besser das gleiche macht wie sein Kumpel und nach rechts abbiegt – nicht ohne seine Last abzuwerfen.

Dieser Zwischenfall ist gut gegangen, weil der Fahrer alles im Griff hatte, er also die Kontrolle so gut wie möglich über die Situation hatte. Und weil bei einem Einschlag auch die Linse verdammt dreckig geworden wäre.

Was ist die derzeitig Meinung vieler „Motorrad-Sicherheits-Menschen„? Es ist besser, bei einer Begegnung -zumindest mit einem Vogel- einfach das im Sicherheits-Training Erlernte anzuwenden. Bremsen-Ausweichen-Weiterfahren. Hilft das nicht, gibt es genau zwei Szenarien. Einmal wenn man allein unterwegs ist, versuchen den Kopf einzuziehen oder, wenn der Vogel zu tief kommt, diesen mit dem Bike kollidieren zu lassen. Material kann ersetzt werden, manchmal sogar mit Hilfe des Automobil-Clubs oder der Versicherung -Zauberwort Wildschaden.
Das zweite Szenario ist, wenn eine Sozia dabei ist (und die auch noch in näherer Zukunft als Sozia und Lebenspartner gewünscht ist), dann kann Mann nur noch den Lenker festhalten und sich auf einen Einschlag vorbereiten. Das wird weh tun, aber bei weitem nicht so sehr wie der Sozia, wenn der Fahrer sich WEGDUCKT und sie völlig überrascht von dem selbstmörderischen Vogel getroffen wird.

Bei nicht fliegendem Getier gibt es eine relativ einfache Regel: ist die Schulterhöhe maximal die eines normalen Schäferhundes und alle durch Sicherheitstraining an-trainierten Manöver helfen nicht mehr, dann kann man auch hier nur noch den Lenker festhalten und drüberfahren. Also nicht einfach „Köter und Drüber“, sondern wirklich erst alles versuchen, das Leben des Tieres zu schützen. Aber irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden, und die kann nur heißen „ICH WILL ÜBERLEBEN“ und nicht das Motorrad samt Belegschaft wegen eines Hasens, einer Katze oder eines Hundes an einem Baum zerschellen sehen.

Ja, es sieht anders aus, wenn es um größere Viecher geht, aber das ist ein ganz anderes Thema.

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