SoCal, Southern California. Das Lied „It never rains in Southern Californina“ von Albert Hammond ist allerdings auch nur zum Teil richtig. Man könnte auch sagen, der Typ hatte keine Ahnung, Engländer halt. Es regnet hier schon mal im Winter, aber wir sind im Sommer unterwegs, also kein Regen.P1030169 Und das ist auch gut so. Wer will schon aus dem kalten, nassen Deutschland entfliehen und dann wieder in Regen kommen. Das wäre ja wirklich wie vom Regen in die Traufe gekommen. Unsere „kleine“ Tour in Süd-Kalifornien hat uns in einige Bereiche gebracht, die eben nicht im Touristen Guide stehen. Los Angeles, na klar, um Freunde zu besuchen. Dann in den Sequoia National Park, auch nach Death Valley – wobei ich nicht genau weiß, ob das nicht doch schon zu N-California zählt. Von der Temperatur her auf keinen Fall, denn es ist auf jeden Fall HEISS. Aber wir waren auch in Lone Pine in einem typischen Saloon, wo ich einmal die Besitzerin mit einem (1) Bierdeckel beworfen habe (Zufall, Sequoia_KurvenVersehen, keine Absicht!). Wir waren „down south at the border“ und es war nicht schön. In „San Onofre Nuclear Employee Parking“ haben wir eine nette Begegnung mit dem Sicherheits-Dienstes des Atomkraftwerks, lach. Unsere „Retirement-Community“ ist mit Sicherheit irgendwo zwischen Encinitas und La Jolla. Einfach nur weil es dort gutes Essen, angenehme Temperaturen und warmes Wasser zum Surfen und Tauchen gibt.  Klar durften so Touristische Ziele wie „Universal Studios“ oder der Marine Park in San Diego nicht auf dem Plan fehlen, genauso wie Big Bear Lake und die Straßen im San Bernadino Park.

2014-05-20 14.57.32Aber der Reihe nach, zuerst haben wir eine der coolsten Straßen im ganzen Gebiet gefunden. So schöne Kurven und nix los und vor allen Dingen: von der Beobachtungs-Plattform aus kann man wunderbar weit in das Tal nach unten schauen. Ich hab mich ja echt gewundert, warum da keine weiteren Biker unterwegs waren. Aber noch mehr hat mich gewundert, dass hier oben kein einziger Sheriff (im Volksmund auch „Five-O“ genannt) steht. Das wäre doch genau die Stelle, wo man „Geschwindigkeitssünder“ ausspähen könnte. Na egal, uns hat es echt Spaß gemacht, diese Straße zu fahren. (Bild anklicken und in GROSS genießen!!)
2014-05-19 19.57.03Auf dem Weg zum Highway 66 sind wir auf dem Weg dorthin an typisch amerikanischen Postkasten-Siedlungen vorbeigekommen. Da stehen so 10-20 Postkästen an der Straße rum und es ist manchmal für einige Meilen keine einzige Hütte zu sehen. Hier war das nächste Gebäude gleich im Hintergrund, aber irgendwie hat das doch sehr unbewohnt ausgesehen. Der Highway 66 ist immer wieder eine Reise und vor allem auch eine Bemerkung wert. 2014-05-19 19.20.36Wir machen meistens in AMBOY Pause, zum einen weil es hier eine „Emergency Fuel“ Tankstelle gibt und zum anderen weil der lokale Sheriff ein netter Typ ist, grins. Was ist dieses ominöse „Emergency Fuel“, das wusste ich auch nicht. Aber als wir das allererste mal hier in Amboy ankamen, rannte der Tankstellen Besitzer sofort raus und hat uns erklärt das er keinen Sprit hat sondern nur für den äußersten Notfall Benzin bereit halten würde. 2014-05-20 13.31.58Ob wir den einen Notfall hätten. Nachdem ich das verneinte und nach Schatten und Wasser gefragt habe, wurde uns erklärt, dass im Innenraum der Tankstelle eine riesige Kühltruhe ist und wir für jede Flasche die wir dort raus nehmen, 1 US-$ in die Schale legen sollten. Nur war diese Schale auf der Rückseite der Kühltruhe und konnte nicht wirklich erreicht werden. Wie man aber an der Anzahl der dort  auf dem Boden liegenden 1 Dollar Papierkugeln sehen konnte sind schon andere mit dem Problem konfrontiert worden und haben es sehr pragmatisch gelöst. 2014-05-20 11.48.161 Dollar Papier Note raus holen, so zusammenknüllen, dass etwas wie eine Kugel entsteht und versuchen die Schale zu treffen. Ob das klappt oder auch nicht, es ist jedenfalls immer für einen Lacher gut und am Ende winkt auch für Nicht-Treffer eine kalte Flasche Wasser. Und durch das Dach der Tankstelle gibt es für den durstigen Touristen auch ein bisschen Schatten, denn das ist in dieser Gegend echt Mangelware. Wir befinden uns hier in der Nähe der Mojave Wüste. 2014-05-20 14.07.05Da gibt es nur blühende Pflanzen. wenn auch eine Bewässerung stattfindet. Ansonsten setzt sich die Pflanzenwelt doch eher aus Kakteen und „Joshua Trees“ zusammen. Eindeutige Wüstenpflanzen. Witzigerweise haben wir auch eine ganze Menge „Tumble Weeds“ gesehen. Wikipedia sagt, dass man diese Pflanze in deutsch auch Bodenläufer, Bodenroller, Steppenläufer oder Steppenroller nennt, aber mir gefällt der amerikanische Name Tumbleweed viel besser. Einige behaupten, die Pflanze sei von Einwanderer aus Russland mitgebracht worden, was ich allerdings für Quatsch halte. Auf der anderen Seite wäre es ihnen zuzutrauen. Aber hier sind dies Tumbleweeds DAS Merkmal, dass man sich im „Wilden Westen“ befindet.

Da fällt mir ein, es gibt einen Film mit Marianne Sägebrecht als „Jasmin Münchgstettner“, CCH Pounders als „Brenda“ und Jack Palance als „Rudi Cox“, und zwar „Out of Rosenheim“ (1987) der im englischen mit „Bagdad Cafe“ betitelt war. 2014-05-19 16.49.09Der Link geht zur IMDB. Na jedenfalls hatten wir bei zwei vorherigen Besuchen in der Gegend versucht, das „Bagdad Cafe“ zu finden, was sich aber irgendwie nicht in dem Städtchen Bagdad befindet, das wir in unserer Suche zuerst angesteuert hatten. Anyway, diesmal hat es geklappt. Wir haben es gefunden, und heute muss ich sagen: wir hätten es besser nicht gesucht, um die Erinnerung einfach „schön“ zu halten. So nett wie das auch in der StreetView Ansicht aussehen mag, innen drin ist es doch eher eine erschreckende Ansammlung von Touristenfalle und gestrandeten Menschen. Eigentlich ganz genau wie im Film. Amazone Prime hat den Film, und die Beschreibung passt einigermaßen: „Bei einer Amerikareise kommt es zum Streit zwischen einer Rosenheimerin und ihrem Mann. Sie trennt sich von ihm und findet eine Zuflucht in einem Hotel mitten in der Wüste. Schnell freundet sie sich mit den dortigen Bewohnern an. Ihre Zauberkunststückchen helfen gar den Umsatz anzukurbeln.2014-05-19 17.49.30Die Preise, die Amazon aufruft, sind zwar etwas auf der High-Side, aber wenn man sich den Film ansehen will, der ist wirklich Witzig. CCH Pounders spielt übrigens bei einigen anderen US Fernsehe-Serien mit und hat sich ein bisschen auf den Crime-Bereich als Polizistin spezialisiert. Das letzte Wort zu dem Film? Ich bin vor ein paar Jahren mal mit Marianne Sägebrecht im gleichen Flieger von London zurück geflogen. Aber ich hab sie nicht auf den Film und unsere (damals) fruchtlose Suche nach dem Lokal angesprochen. Dachte mir, dass sie auch ihre Privatsphäre verdient.

Zum Abschluss noch ein Foto aus dem Wüsten Rand Gebiet.
2014-05-19 19.31.27

 

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