image00651In den 80er Jahren hat Kawasaki eine Neuauflage der Klassischen 900er gebaut. Aber jetzt mit modernen Materialien, einem „Diamond Frame“ Rahmen, also merhteilig mit dem Motor starr als tragendes Element. Einem wassergekühlten 4 Zylinder Motor mit 2 oben liegenden Nockenwellen und vier Ventilen. Und einer Leistung von +115 PS die damals jenseits von „Gut & Böse“ war.

Hier mal ein Ausschnitt aus dem Archiv von Motorrad-Online aus dem Jahr 1984
Mit Gewalt will Kawasaki 1984 endgültig aus der Krise fahren, die noch vor kurzem die Zukunft der Zweiradfertigung im Konzern ganz in Frage gestellt hatte. „Schiere Gewalt“ image00658nannte MOTORRAD schon 1974 die Z 900 der Marke. Des großen Erfolgs, den sie mit diesem Motorrad hatten, gedachten die Kawasaki-Manager in ihrer großen Not.

Genauso gewaltig soll nun 1984 die GP Z 900 R werden, zumindest, was die Fahrleistungen betrifft. Denn die Z 900 war immerhin seit ihrem Produktionsbeginn das schnellste Serienmotorrad der Welt und blieb es bis kurz vor der Fertigungseinstellung im Jahr 1976.

Doch das Rezept von 1972 zieht zwölf Jahre später nicht mehr. Einfach den Hubraum aufzustocken, ist heute kaum noch möglich. Dennoch rühmen sich die Kawasaki-Macher, mit der GP Z 900 eines der schnellsten Fahrzeuge überhaupt auf zwei Räder gestellt zu haben. Eine Höchstgeschwindigkeit von 246 km/h laut Werksangabe muss erst noch von anderen überboten werden.

Mit der Kawasaki haben die „Herren Verkehrsüberwacher“ mich mal geblitzt. Mit 252 Km/h auf der Landstrasse, kam in dem Jahr auch als Bildchen in der ADAC-Zeitung, lach. Nur gut das es schon verjährt ist.  image00657Meiner Meinung nach hat Kawasaki in dem Jahr das aller schönste Motorrad das sie jemals gebaut haben herausgebracht. Die Linienführung einfach wunderschön, fast wie eine Collani Studie (so hies doch der „verrückte“ Designer in der Zeit, oder). Jedenfalls war die Maschine nicht nur schnell (geradeaus) und schön, sondern auch schnell in den Kurven, weil jetzt endlich ein japanischer Hersteller einen Rahmen gebaut hat, der auch durch die Kurve das sicherste Fahrverhalten der (damaligen) Welt herzaubert.

KawaHskTja und dann macht man so Sachen wie die Auspuffanlage ändern, weil die schicke 4-in-2 gegen eine 4-in-1 vom italienischen Hersteller Termingoni ausgetauscht werden musste. Aber dafür hat sich das dann auch genial angehört. Die Anlage hatte den bezeichnenden Namen „Silentium“, das war sie auch, vor allen Dingen wenn der Motor aus war. Lief der 4 Zylinder, hat er durch die Auspuffanlage ein wunderschönes dumpfes Brabbeln bekommen, das die Serienanlage (im Vergleich) als Geräuschdämmatte aussehen lies.

Ach ja, als eine Langstrecken-Urlaubsmaschine war sie glaube ich nie konzipiert, aber in den 80er hatten wir eher das Bedürfnis zu fahren und das Motorrad musste das machen was der Besitzer wollte, anders heute wo man sich für die verschieden Einsatzzwecke verschiedene Fahrzeuge zugelegt hat.image00165Meine GPz ist vier Jahre bei mir geblieben und hat in der Zeit knapp 130.000 km geschafft und wurde dann nach Portugal verkauft. In den ganzen vier Jahren hat die Maschine alles Mitgemacht, von Urlaubstouren im Mittelmeerraum, über Touren zu Langstreckenrennen, desweiteren den unvermeidlichen Fahrten am Wochenende zwischen Rheine und Arnsberg, zwei Umfaller also wirklich im Stand umgefallen. Sie ist im Regen, bei Sonnenschein, bei Schnee und Eis gefahren worden. Und in der Zeit ist nie etwas kaputt gegangen, der Steuerkettenspanner ist mal aufgrund einer Rückruf-Aktion ausgetauscht worden, einige Zig Reifenpaare sind verschlissen worden. Wenn ich so drüber Nachdenke haben die damals echt wenig ausgehalten. Meine Reifen auf der 160 PS S1000XR halten knapp 6.000 km und bei der GPz sind es immer nur so gegen 4.000 km gewesen.

Das hat aber auch was an dem Triebwerk gelegen. Hier nochmal die Beschreibung aus der Motorrad Online  „Der Treibsatz der GP Z 900 R fühlt sich umso wohler, je höher er gedreht wird. Weder das Leistungsmaximum bei 9500/min noch der Beginn des roten Bereichs bei 10.500/min markieren das Ende der Drehwilligkeit. Der Kurzhuber (Bohrung 72,5 mm, Hub 55 mm) macht schadlos bis an die 12.000/min mit.
Ein Treibsatz nach meinem Geschmack. Einfach HERRLICH. 🙂

 

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